Auf den Spuren des Kaisers.

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Die Katastrophe nahm ihren Lauf…

Ohne jegliche Vorwarnung wurden wir ungefragt in 2 Rikschas gesetzt und haben gesagt bekommen, dass wir den Rikscha-Fahrer im Anschluss ein Trinkgeld von ca. 1$ pro Kopf geben sollen. Bevor wir überhaupt etwas dazu sagen konnten, ging es schon los.

Für die meisten Touristen ist so eine Rikscha-Fahrt bestimmt interessant. Für uns war sie aber aus vielerlei Gründen von Anfang an uninteressant. Erstens bin ich als Kind fast jeden Tag Rikscha gefahren, als diese noch als Taxi-Ersatz zum Alltag gehörten. Heute werden sie nur noch als Touristen Attraktion angeboten. Zweitens mögen wir es nicht mit einem unsichtbaren „Touri-Stempel“ auf der Stirn auf dem Silbertablett serviert zu werden. Und dies ist bei der Rikscha-Fahrt definitiv nicht zu vermeiden!!! Und drittens tun uns die Fahrer immer so Leid, die sich hinten körperlich richtig abrackern müssen. 😦

Während der Fahrt versuchten wir das Beste aus der Situation zu machen anstatt ein Gesicht wie 7 Tage Regenwetter zu ziehen. Der Rikscha-Fahrer meines ❤ Mannes fuhr vor und war auch so nett, ihm hier und da etwas zu erklären. Mein Rikscha-Fahrer dagegen schenkte mir keine besondere Beachtung… und wenn er doch etwas sagte, dann stellte er mir Fragen, die für Vietnamesen „normal“ sind, die für uns aber schon recht persönlich sind (wie z. B. ob man verheiratet sei, ob man schon bei der Familie vorbeigeschaut hat, ob man der Familie schon Geldgeschenke gebracht hat, etc.). Ich versuchte den meisten Fragen auszuweichen und tat so als ob ich sie nicht verstanden hätte.

Plötzlich fing es an zu regnen, als wir irgendwann am scheinbar mit dem Reiseleiter vereinbarten Treffpunkt kurz vor der Zitadelle ankamen. Wir sprangen schnell aus den Rikschas, drückten den beiden ein kleines Kleingeld in die Hände und stellten uns ganz schnell unter einem Vordach. Da stand bereits die nächste Katastrophe in Form einer Straßenverkäuferin.

Kaum hat unser Reiseleiter den Satz beendet, dass ich auch Vietnamesisch spreche und verstehe, fing sie an mich mit Fragen zu bombardieren: ob wir denn verheiratet wären, ob wir denn Kinder hätten, seit wann ich denn schon im Ausland lebe, ob ich denn ein Mischling wäre, warum wir denn noch nicht verheiratet wären, ob wir denn wenigstens verlobt wären, warum wir denn nicht verlobt wären, wann wir denn gedenken zu heiraten, etc.

Zu diesem Zeitpunkt wurde mir bewusst, dass ich von den Einheimischen ganz anders behandelt werde als wenn ich einfach nur eine „normale“ Touristin gewesen wäre. Daher hat es mich schon ziemlich genervt, dass unser Reiseleiter jedem offenbarte, dass ich die Sprache spreche und verstehe. Ich wollte Urlaub machen und etwas über die Geschichte meines Landes kennen lernen und nicht ständig „verhört“ werden, weil es dort scheinbar „normal“ ist.

Nach der Rikscha Fahrt ist vor der Rikscha Fahrt.

Als der Regen kurze Zeit später endlich aufhörte, ging es zu Fuß in die Zitadelle. Unterwegs erklärte uns unser Reiseleiter, dass der Parfümfluss (über den wir später noch fahren würden) seinen Namen von den Bäumen erhalten hätte, an denen wir vorbei liefen. Es waren Bäume mit weißen wunderbar duftenden Blüten. Mein ❤ Mann wollte wissen, wie der Baum hieß. Daraufhin gab er uns eine unverständliche Antwort… irgendetwas französisches, was wir nach 5x Nachfragen immer noch nicht verstanden haben. Einen deutschen Namen hätte der Baum angeblich nicht. (Hat er ja wohl! Es waren weiße Frangipanis (Quelle: Google)! Herrliche Blumen!)

Bevor wir die Zitadelle betraten, erzählte er uns vor dem Eingang noch einige Dinge, an die ich mich aber nicht mehr so richtig erinnern kann. Das lag wohl daran, dass ich den Reiseleiter einfach schon total unsympathisch fand. ^^

In der Zitadelle hat er uns bzw. viel mehr meinem ❤ Mann hier und da etwas erzählt. Mir dagegen hat er kaum bis gar keine Beachtung geschenkt, weil ich ja eine Vietnamesin bin und deswegen seiner Meinung nach ja eh schon alles wissen müsste. Außerdem bin ich eine Frau in Begleitung eines Mannes. Also werde ich auch nur als „Anhängsel“ betrachtet. Mit der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist es dort so eine Sache. :/ Wenn er gerade nichts zu erzählen hatte, konnten wir zum Glück frei herum laufen und uns die Dinge in aller Ruhe anschauen…

Anschließend wurden wir auf Wunsch hin zu einem Café gebracht, wo wir einen sehr sehr leckeren vietnamesischen Eiskaffee trinken konnten, bevor es weiter zu der Thien Mu Pagode (auf Vietnamesisch: „Chua Thien Mu“) ging.

Die Pagode liegt auf einer Anhöhe am nördlichen Ufer des Parfüm-Flusses und lässt sich daher fantastisch mit einer Bootsfahrt über den Parfüm-Fluss verbinden (wovon unser Reiseführer scheinbar nichts gehalten hat, da er das Programm stark abänderte). Die Pagode ist mit dem 7stöckigen Turm die höchste Vietnams.

Darüber hinaus wurde die Thien Mu Pagode im Jahr 1601 (das Jahr des Büffels) von dem Begründer des Fürstengeschlechts der Nguyen (Nguyen Hoang), errichtet.

Der Legende nach, soll nachts auf dem Hügel am Parfümfluss eine alte Frau gefunden worden sein, welche behauptete, dass dieser Ort einer Gottheit gehören würde. Daraufhin verlangte sie, dass im Namen dieser Gottheit eine Pagode gebaut werden müsse, woraufhin sie in einer Wolke verschwand. Seit diesem Tage wird das Bauwerk „Die Pagode der alten Himmelsgöttin“ oder „Pagode der himmlichen Frau“ genannt. (Quelle: Wikipedia)

Im Anschluss ging es zum Mittagessen. Er sagte, es gäbe eine typische Spezialität für Hue. Da klingelten bei mir sämtliche Glocken. Denn als Spezialität für Hue kenne ich „Bun Bo Hue“ – eine sehr würzige (teilweise auch sehr scharfe) Nudelsuppe. Also fragte ich nach, ob es sich dabei um „Bun Bo Hue“ handeln würde.
Er schaute mich an und belehrte mich von oben herab, dass „Bun Bo Hue“ gar kein typisches Gericht für Hue sei (seltsam, dass das Gericht aber den Namen Hue trägt!), sondern „Banh Cuon Thit Nuong“ (quasi wie Freshrolls, nur halt mit gegrilltem Fleisch) sei. Habe ich noch nie etwas von gehört, aber können wir ja mal probieren…

banh cuon thit nuong

Nach dem Mittagessen, welches uns recht gut geschmeckt hat, ging es dann noch zum Kaisergrab Minh Mang, dem zweiten Kaiser der Nguyen Dynastie. Er besetzte den Thron vom 14.02.1820 bis zu seinem Tod am 20.01.1841. Sein eigentlicher Name war Nguyen Phuc Dam. (Quelle: Wikipedia)

Und wenn du denkst, dass es nicht schlimmer werden kann…

Fast am Ende des Tages standen noch 2 Dinge auf dem Programm: eine „romantische Bootsfahrt“ auf dem Parfümfluss und der Besuch auf dem Dong Ba Markt.

Laut Programm hätten wir die Bootsfahrt bereits vor dem Besuch der Pagode gemacht, sodass wir an der Pagode vom Boot hätten gehen können. Das wäre im Übrigen 100x schöner und auch „romantischer“ gewesen. Aus unerklärlichen Gründen allerdings, wurde die Bootsfahrt so arrangiert, dass wir am Ende am Dong Ba Markt ausstiegen. Das war übrigens nicht so schön!

Nachdem unser Reiseleiter etwas mit der Besitzerin des Bootes besprochen hatte, durften wir an Bord gehen. Das Boot war teilweise komplett überdacht, sodass man darin auch leben könnte. Im überdachten Bereich standen 2 Plastikstühle, auf denen wir Platz nehmen sollten, während der Reiseleiter nach vorne ins Freie ging. Ich fand es sehr befremdlich, dass der Reiseleiter uns die unschönen Plätze zuwies und sich den „schönsten“ Platz gesichert hat. Wir blieben keine 2 Minuten sitzen bis ich aufsprang und beschloss, nach vorne zu gehen. Die schönen Plätze standen uns schließlich zu!!!

Sicherlich wäre die Bootsfahrt unter anderen Voraussetzungen romantisch gewesen… z. B. ohne Reiseleiter bzw. mit einem Reiseleiter, der sich zurückgezogen hätte. Auch wäre sie mit Sicherheit zu einer anderen Jahreszeit (evtl. im Sommer?) schöner gewesen.

Last but not least besuchten wir noch den Dong Ba Markt. Sicherlich interessant für jemanden, der noch nie in seinem Leben auf einem Markt in Vietnam gewesen ist. Schließlich bekommt man dort wirklich alles!!! Lebensmittel, Klamotten, Schuhe, Taschen, Rucksäcke, Accessoires, Modeschmuck, Goldschmuck, etc. Also wirklich ALLES! Auch bin ich mir sicher, dass die Tour über den Markt mit einem anderen Reiseleiter ein bisschen mehr Spaß gemacht hätte. Zum Beispiel mit jemandem, der uns hier und da etwas erzählt und gezeigt hätte.

Endlich überstanden!

Anschließend haben wir endlich den katastrophalen Tag überstanden und waren froh, dass es zurück zum Hotel ging und wir uns bald endlich vom (unsympathischen) Reiseleiter trennen konnten. (Ehrlich, man konnte dem nur ganz schwer folgen.)

Habe ich eigentlich erwähnt, dass das Hotel über einen Indoor-Pool verfügte, von dem aus man auch herrlich über die Stadt schauen konnte? ❤ Total cool! Und perfekt um sich von dem Tag zu erholen. ^^

Anschließend ging es wieder auf die „Fressmeile“. Diesmal entschieden wir uns für das „“ mit offenem Dach. Super chillig und mega lecker! 🙂

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